Aktivitäten der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Herr Yasuo Inadome

Die Tätigkeiten der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit sind in zwei große Bereiche aufgeteilt. Einer dieser Bereiche ist die Herausgabe der zweimonatlich erscheinenden Mitgliederzeitschrift des JC, der „Nihonjinkaiho“. Die andere Haupttätigkeit unsere Abteilung ist es, als Ansprechpartner für die hiesige deutsche Bevölkerung zu fungieren.

1)    Herausgabe der Mitgliederzeitschrift „Nihonjinkaiho“

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Verabschiedung eines Redaktionsmitgliedes. Frau Hara war über 20 Jahre an der Herausgabe der Mitgliederzeitschrift beteiligt.

Die (vorliegende,) im Juni 2020 erschienene Mitgliederzeitschrift ist die 160. Ausgabe. Herausgegeben wird die Zeitschrift sechs Mal im Jahr. Rechnet man zurück, stellt man fest, dass seit dem Start des Mitgliedermagazins 26 Jahre vergangen sind. Die Nihonjinkaiho ist ein kleines, sozusagen „handgemachtes“ Magazin und das Japanische Generalkonsulat Düsseldorf (JGD), die Japanische Industrie und Handelskammer e. V. (JIHK), die Japanische Internationale Schule Düsseldorf e. V. (JISD), japanische Partnereinrichtungen aus ganz Deutschland sowie Mitglieder des JC verfassen die darin erscheinenden Artikel. Treffender, als das Magazin als Mitteilungen des Japanischen Clubs zu bezeichnen, wäre es vielleicht zu sagen, dass das Magazin ein Spiegel der hiesigen japanischen Community ist, welcher auch die Geschichte dieser Community abbildet. Unsere Abteilung trifft sich alle zwei Monate mit Vertretern der JIHK und der JISD, mit Mitgliedern der Vereinsabteilungen und der Geschäftsstelle des JC, stimmt sich hinsichtlich des Titelbildes, der Artikelinhalte, sowie der Werbeanzeigen mit allen Beteiligten ab und stellt die Zeitschrift zusammen.

2)    Ansprechpartner für die lokale deutsche Bevölkerung

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Gruppenfoto mit den Schülern des Meerbuscher Gymnasiums nach der Vortragsveranstaltung.

Düsseldorf und Umgebung sind das größte japanische Zentrum in Europa. Der Grund warum sich hier so viele japanische Unternehmen angesiedelt haben und eine japanische Gemeinde entstanden ist, ist dass die geographischen Bedingungen, die Ausstattung der Infrastruktur sowie die Bedingungen für Personalbeschaffung hier besonders günstig sind. Gleichzeitig haben Unterstützung und Verständnis der hiesigen Bevölkerung, der Landesregierung, der Stadtverwaltung und unserer deutschen Freunde eine große Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der japanischen Gemeinde gespielt. Außerdem gibt es hier natürlich viele Personen, die Interesse an Japan und Japanern, an japanischer Kultur, Geschichte und Tradition, sowie an der lokalen japanischen Gemeinde haben.

Von Personen, die Interesse an Japan haben oder über Japan forschen werden häufig Interview- oder Vortragsanfragen an den Japanischen Club gerichtet. Darunter sind besonders viele Forscher von Universitäten, die ihre Dissertation oder Masterarbeit schreiben oder Studenten, die ihre Abschlussarbeit verfassen. Außerdem gibt es auch Interviewanfragen von Fernsehsendern, Radiosendern und Zeitungsverlagen. Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit ist für Anfragen stets offen und stellt den hiesigen deutschen Bürgern Japan gerne vor. Fragen, die in der Vergangenheit am häufigsten an uns herangetragen wurden, sind „Warum gibt es hier eine so große japanische Gemeinde?“ oder man stellt uns Fragen, die sich auf die Ziele der Vereinsaktivitäten des JC beziehen.

Die Geschichte der japanischen Community Düsseldorfs beginnt in den 1950er Jahren. Damals kamen japanische Geschäftsleute aus dem Land der aufgehenden Sonne hierher, um im Ruhrgebiet Industrieanlagen und Maschinen zu kaufen. Und das vor dem Ruhgebiet liegenden und zur damaligen Zeit als der „Schreibtisch des Ruhrgebietes“ bezeichnete Düsseldorf unterstütze die Aktivitäten der japanischen Geschäftsleute in großem Maße. Binnen kurzer Zeit erkannten viele Japaner den Reiz der Stadt und viele Unternehmen siedelten sich an. In den 60er Jahren wurden dann der JC die Deutsch-Japanische Gesellschaft am Niederrhein e. V., das Japanische Generalkonsulat und die JIHK gegründet und 1971 nahm die Japanische Schule ihren Betrieb auf. Diese Geschichte ist auch die Geschichte der japanisch-deutschen Freundschaft und des Bandes zwischen den beiden Ländern. Sie den deutschen Bürgern vorzustellen, ist für unsere Abteilung eine große Freude.

Doch in letzter Zeit weichen die Anfragen von den bis dato zum Standard geworden Fragen ab und der Fokus wird auf sehr fachspezifische Themen gelegt. Häufig muss ich mich gründlich vorbereiten, um diese Fragen beantworten zu können. Vor einigen Jahren zum Beispiel, machte ein Radiosender eine Sondersendung über „Hachiko, den treuen Hund“ und man bat mich, die Geschichte von Hachiko zu erklären. Vom gleichen Nachrichtenbüro gab es auch Interviewanfragen zu der Geschichte der ersten U-Bahn Asiens, die 1927 in Tokio eröffnet wurde oder zu der biologischen Landwirtschaft des Agrarwissenschaftlers Masanobu Fukushima aus der Präfektur Ehime, deren Beantwortung ich nachgekommen bin. Außerdem kam ein Student mit einer Interviewanfrage, bei der es um die Struktur von „Amae“ in Japan ging. Vor 9 Jahren, zum Zeitpunkt des 150. Jubiläums der japanisch-deutschen Freundschaftsbeziehungen, bat man mich außerdem um einen Vortrag über die japanisch-deutschen Beziehung vom Abschluss des Freundschafts- und Handelsvertrages zwischen Japan und Preußen bis hin zur heutigen Zeit. Und im letzten Jahr bat mich die Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer um meine Meinung hinsichtlich des Freihandelsabkommens zwischen Japan und der Europäischen Union. Als im April seine Majestät der Kaiser Japans abdankte und am Folgetag seine gegenwärtige Majestät den japanischen Thron bestieg, bat mich ein Fernsehsender zu diesem Anlass bei einer Nachrichtensendung aufzutreten. Die Fernsehaufnahmen wurden live aus dem Bonner Studio des Senders übertragen.

In letzter Zeit zeigt sich eine Tendenz zur Globalisierung. Bisher kamen die meisten Interview- und Vortragsanfragen an die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit von der Heinrich-Heine-Universität, der Universität Duisburg-Essen, dem Meerbuscher Gymnasium oder von anderen lokalen Bildungseinrichtungen, ferner von der lokalen Zeitung „Rheinische Post“ oder den lokalen Pressebüros der Sender WDR und ZDF. Doch in den letzten Jahren haben Besucher, die aus weit entfernten Regionen, wie Berlin, Leipzig und Heidelberg kommen, zugenommen. Außerdem fragen Austauschstudenten aus den USA, China oder Großbritannien, die ein Austauschjahr in Deutschland verbringen, nach Interviews und kommen zu uns in den JC. Und auch aus den Niederlanden kam eine chinesische Studentin uns besuchen, die zu dem Zeitpunkt ein Austauschjahr in eben diesem Land verbrachte. Ich denke, dass diese Entwicklung sehr erfreulich ist. Es scheint wohl, dass der JC einen guten Ruf genießt.

Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit steht weiterhin als Ansprechpartner für die lokale Gesellschaft zur Verfügung und wir möchten auch in Zukunft, für eines der Vereinsziele des JC, nämlich die Förderung der japanisch-deutschen Freundschaftsbeziehungen, unseren bescheidenen Beitrag leisten.