Aus der Abteilung für Alltagsleben

Schutzimpfungen für Erwachsene

Das verbreitete Auftreten von Masern und Röteln in Japan stellt angesichts der Ausrichtung der Olympischen Spiele ein internationales gesellschaftliches Problem dar. Und jedes Jahr wird die Diskussion, ob eine Grippe-Schutzimpfung machen lassen sollte oder nicht, neu aufgerollt. Fest steht, die am meisten Anwendung findende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten ist eine Schutzimpfung. Eine Schutzimpfung für Erwachsene? Ist das den notwendig? Ja, und die Gründe dafür sind einfach. Die meisten Erwachsenen sind nicht imun gegen Infektionskrankheiten und wenn ein gerwisser Schutz besteht ist dieser meist nicht vollständig. Abwehrkärfte haben nichts mit Willensstärke zu tun. Die Existenz von Abwehrkörpern ist eine Tatsache, die wissenschaftlich bewiesen werden kann. Trifft ein Lebenwesen auf Krankheitserreger, wie Viren oder Bakterien reagiert es mit der Produktion von Antikörpern und eine Neutralisationsreaktion wird in Gang gesetzt. Wir haben also die Wahl: Nehmen wir bis zur natürlichen Produktion von Antikörpern einen Krankheitsausbruch und damit einhergehenden Folgeerscheinungen (eine hohe Todeswahrscheinlichkeit miteinbezogen) in Kauf oder machen wir uns die Medizin für die Produktion von Antikörpern zu nutze.

Zwei Wochen nach einer Schutzimpfung hat der Körper Antikörper gebildet. Doch eine Impfung ist kein sofort wirkendes Heilmittel. Sie hilft Krankheite vorzubeugen, macht ihren Verlauf Leichter und hilft unter Umständen den Patienten vor dem Tod zu bewahren. Außerdem sinken mit der geringeren Anzahl an Erkrankungen die gesellschaftlichen Ausgaben für Medikamente und die Behandlungskosten sowie die damit in Zusammenhang stehenden Kosten.

Bei den Schutzimpfungen gibt es zum einen passive Impfungen und zum anderen Impfungen mit Lebendimpfstoff (aktive Impfung).
・Passive Impfungen (z. B. Tetanus, Diphtherie, Hepatitis, Grippe)
Da der Impfstoff nicht die Kraft hat, eine Krankheit zu verursachen, kann man sich bei dieser Impfung nicht mit der jeweiligen Krankheit anstecken. Meistens wird über einen Zeitraum von 6 Monaten drei Mal geimpft und damit ein Grundschutz hergestellt. Wenn man im nach 10 Jahren eine weitere Impfung machen lässt, dauert der Schutz für weitere 10 Jahre an. Ein System, dass dem des japanischen Führerscheins ähnelt, der ebenfalls in gewissen Abständen erneuert werden muss.
・Lebendimpfstoff (z. B. Masern, Röteln, Mumps MMR)
Bei dieser Form der Impfung wird ein Virus verwendet, der nur ganz schwach Krankheitsauslösend wirkt. Ganz so, wie beim Kendo, bei dem man nicht mit einem scharfen Schwert, sondern mit leichten Bambusstöcken trainiert.

Für ins Ausland entsandte Japaner empfohlene Schutzimpfungen:

(Quelle: Robert-Koch-Institut: Epidem. Bulletin 34/2018)
Die deutsche STIKO (Ständige Impfkommission) hat vor etwa 40 Jahren mit Impfungen für Erwachsene begonnen und die klinischen Erfahrungen auf diesem Gebiet sind reicher als in anderen Ländern.  

Die im folgenden mit einem * gekennzeichneten Impfungen werden allgemein empfohlen. Impfungen, die nicht aufgeführt sind, werden als international nicht durchgeführt bewertet.

1)    *Tetanus, Diphterie, Polio,
Keuchhusten, Mischung aus 4 Impfstoffen
2)    *MMR (Masern, Röteln, Mumps)
Mischung aus 3 Impfstoffen (Bei Personen die zwischen 1970 und 1995 geboren sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine zweite Impfung gemacht wurde sehr hoch.)

Außerdem für bestimmte Personengruppen empfehlenswert:
3)* Windpocken (für Frauen, die schwanger werden möchten und negativ auf Antikörper getestet wurden empfehlenswert)
4)*Lungenentzündung, Mischung aus 23 Impfstoffen (für Personen über 60 empfehlenswert)
5)*Grippe, Mischung aus 4 Impfstoffen (für Personen über 60, Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes und anderen chronischen Krankheiten empfehlenswert)
Folgende Impfungen sollten bei Reisen in Erwägung gezogen werden:
6)Hepatitis A und B (Mittelmeerraum, Afrika, Südostasien)
7)Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, Süddeutschland, Österreich, Osteuropa)
8)Japanische Enzephalitis empfohlen für Personen, die in von der Krankheit betroffene Gebiete heimkehren (besonders in West-Japan)

・Das Risiko sich mit einer Krankheit anzustecken variiert ist von den persönlichen Umständen einer Person abhängig. Die hier genannten Empfehlungen werden allgemein und von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet gemacht. (z. B. für Personen, die eine Europareise planen)
・Erfragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse oder Versicherung, ob die Schutzimpfungen im Rahmen der Krankenversicherung übernommen werden kann.  
Nebenwirkungen von Schutzimpfungen:
Dass in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten, kann nicht ausgeschlossen werden, tatsächlich treten diese – abgesehen von einem leichten Schmerz bei der Impfung – aber kaum auf. Generell steht zur Diskussion, ob ein Tag leichtes Fieber von 37,4 Grad nach einer Schutzimpfung als Nebenwirkung bezeichnet werden sollte, wenn dadurch eine mit einer Woche 40° hohem Fieber einhergehende Krankheit abgewendet werden kann.

Deshalb sind Schutzimpfungen sinnvoll:
1)Sie beugen Krankheiten vor (Ausbruch von Krankheiten, denen man vorbeugen kann, verhindern)
2)Sie verhindern Komplikationen und Folgeerscheinungen von Krankheiten (Tod mit einbezogen)
3)Sie befreien längerfristig gesehen die Gesellschaft von Krankheiten (Ausrotten von Krankheiten)
Durch den wissenschaftlichen Fortschritt
kann für die Bürger eine gerechte Gesellschaft wiederhergestellt werden.
Vergleicht man die Veröffentlichungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und internationale Forschungsergebnisse, erscheint es, dass sich die Gesellschaften verschiedener Länder sowie das Wissen und die Bemühungen der jeweiligen Einwohner unterscheiden. Geschichtlich betrachtet glaube ich dass, die weite Verbreitung von Schutzimpfungen, den hoch entwickelten Gesellschaften zu verdanken ist, die den medizinischen Fortschritt und realisierbares wirtschaftliches Wachstum unterstützen konnten. Eine Entwicklung für die ich sehr dankbar bin.

Schutzimpfungen sind ein Beispiel dafür, wie durch Wissen und das Umsetzen von Maßnahmen die Lebensumständer der Menschen verbessert werden können. Es würde mich sehr freuen, wenn dieser Artikel für Sie, liebe Leser, zu einem Ratgeber hinsichtlich Schutzimpfungen werden würde.

Die aufgeführten Schutzimpfungen sind alle in meiner Praxis erhältlich.

Dr. med. Shinoda
Facharzt für Innere Medizin
Lehrarzt der Universität D`dorf

(Praxis Dr. med. Shinoda, Oststr.84, 40211 Düsseldorf, Tel.0211-161409)
Sprechstunde: MO-FR (8:30-12:00), nachmittags nur nach Vereinbarung