Aus der Abteilung für Alltagsleben

Ein Besuch im Aquazoo

Liebe Leserinnen und Leser, wie haben Sie die Sommerferien verbracht? Es war für deutsche Verhältnisse lange Zeit ungewöhnlich heiß und der ein oder andere wird sich wohl gefragt haben, ob es sich denn überhaupt lohnt extra nach Spanien oder Italien in den Urlaub zu fahren!? Es gibt innerhalb Deutschlands noch ganz viele Orte, die ich gern einmal bereisen möchte, aber wussten Sie, dass es auch in Düsseldorf sehenswerte Attraktionen gibt? Eine davon ist der Aquazoo (Aquarium), den ich Ihnen in diesem Artikel vorstellen werde.

Sicher denken jetzt viele von Ihnen: „In Düsseldorf gibt es einen Aquazoo?“ Dies liegt wohl daran, dass der Aquazoo erst letztes Jahr im September nach vierjährigen Renovierungphase seine langersehnte Wiedereröffnung feierte. Direkt nach der Wiedereröffnung bildeten sich so lange Schlangen vor dem Eingang, dass manchem Besucher der Eintritt verwehrt blieb. Heute, fast ein Jahr nach der Wiedereröffnung, hat der Aquazoo die angestrebten 600.000 Besucher mühelos erreicht und rechnet wohl auch im zweiten Jahr mit gleichbleibend hohen Zahlen. Das dem Ruf nach und auch in der Realität beliebteste Museum der Stadt hat damit sein Comeback geschafft.

Als wir den Zoo für die Recherche dieses Artikels besuchten, erhielten wir zunächst Einlass in das Büro des Zoodirektors Herrn Dr. Jochen Reiter. Herr Dr. Reiter, der seinen Doktortitel in Biologie erworben hat, beschäftigte sich in seiner Dissertation mit der Erforschung von Flughunden und ist ein waschechter Tierfreund. Neben dem Musuemsdirektor arbeiten 16 Tierpfleger und 2 Techniker im Aquazoo, also ein Team von 18 Personen. Doch was für eine Ausbildung oder Qualifikation benötigt man, wenn man in Deutschland Tierpfleger werden möchte? Wir haben diese Frage dem Direktor gestellt, der auch Prüfer für die von der IHK durchgeführte Ausbildung zum Tierpfleger ist. Strebt man in Deutschland den Beruf des Tierpflegers an muss man eine dreijährige betriebliche Ausbildung im Rahmen eines dualen Studiums (Ein System bei dem man etwa die Hälfte der Woche eine Berufsschule besucht und den Rest der Zeit in einem Zoo oder einer ähnlichen Einrichtung eine praktische Ausbildung erhält.) absolvieren. In dieser Zeit muss man sich Wissen über alle Tierarten sowie für die Tierpflege und die Wartung und Handhabung von Aquarien notwendige technischen Fähigkeiten aneignen. Wenn man dann die Abschlussprüfung besteht ist man endlich Tierpfleger! Berufsmöglichkeiten gibt es hauptsächlich in Zoos, bei Tierärzten oder in Forschungseinrichtungen.

S.6

Die praktische Ausbildung im Aquazoo ist äußerst beliebt. Auf zwei verfügbare Ausbildungsplätz bewerben sich jedes Jahr 600 bis 800 Interessenten. Absolventen, die ihre praktische Ausbildung im Aquazoo und im Krefelder Zoo im Wechsel erhalten haben, können sich landesweit zur Topklasse der Tierpfleger zählen. Hochgradiges Fachwissen beherrschen aber nicht nur die Tierpfleger. Da es im Zoo mehr als 140 Aquarien und Terrarien gibt, kommen zahlreiche unterschiedliche Glasarten zum Einsatz und ihre Handhabung variiert von Typ zu Typ. Die Aquarien werden täglich von Innen und Außen gereinigt. Das Reinigungsmittel muss dabei der Glasart entsprechend gewählt und gewechselt werden. Es wird also auch die Technikverwaltung der Aquarien sehr gründlich betrieben. Innerhalb der vierjährigen Renovierungszeit wurden nicht nur Änderungen vorgenommen, die man auf den ersten Blick sieht. Das elektrische System im Inneren des Zoos wurde modernisiert und damit viel in Bereiche investiert, die der Besucher nicht zu Gesicht bekommt.

Nach dem Interview führte uns der Direktor durch den Aquazoo. Als erstes sahen wir uns die vergnügt schwimmenden Pinguine an. Die Pinguine schwimmen nicht nur, sondern gehen auch aus dem Wasser ans Land. Dieses Verhalten kann man als Live-Übertragung auf einem Fernseher mitverfolgen, was ein tolles technisches Detail ist. Auch die Kinder waren von diesem Anblick wie gebannt. Übrigens, man könnte meinen, dass die Pinguine die beliebtesten Tiere sind, aber tatsächlich kommen sie nicht gegen die größeren Vertreter der Fauna an. Am beliebtesten sind nämlich die Haie, gefolgt von den Krokodilen. Die Pinguine nehmen in dieser Rangliste erst den dritten Platz ein.

Ich persönlich mochte besonders die Riesenschildkröten mit ihrem laubfarbenen Panzern oder den niedlichen, zitronengelben Kugelfisch (Reptilien finde ich ein wenig gewöhnungsbedürftig…). Der Zoo bietet außerdem einen sehr erfreulichen Service an, bei dem man für 75 Euro pro Jahr eine Patenschaft für ein Tier übernehmen kann. Im Museum sind zahlreiche Stationen eingerichtet, die durch Beleuchtung in unterschiedliche Farben und Themen unterteilt und damit leicht verständlich gestaltet sind. Nachdem man sich per Audio-Guide und Touchscreen schlau gemacht hat, kann man an diesen Stationen, Dinge tatsächlich betrachten und anfassen. Es gibt auch viele Illustrationen und Erklärungen die sich speziell an Kinder richten und die daher von Schulen häufig für den Unterricht eingesetzt werden. Da außerdem ein „Löbbecke-Museum“ genanntes, einmaliges Naturkundemuseum an den Aquazoo angegliedert ist, ist bei einem Besuch Spaß für Erwachsene und Kinder garantiert.

Aquazoo Löbbecke Museum, Kaiserswertherstr. 380, 40474 Düsseldorf
Öffnungszeiten, täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: Erwachsene € 9,00, Ermäßigt € 5,00, Familien € 18,00       

Abteilung für Alltagsleben, Frau Kawazoe