Wir verraten Ihnen die besten Plätze für die Kirschblütenschau (Hanami)

Nach dem langen Winter ist endlich der langersehnte Frühling da. Was kann ich unternehmen? Wo soll ich hingehen? Es gibt sicherlich nicht wenige Personen, die sich vor diese süße Qual der Wahl gestellt fühlen. Ich freue mich jedes Jahr besonders auf die Kirschblütenschau, auf Japanisch „Hanami“ genannt. Die Kirschblüte übt eine geheimnisvolle Anziehungskraft auf mich aus und in dem Moment, wo ich das helle Pink der Kirschblüten sehe, fühlt sich mein Herz nach Japan zurückversetzt. In Düsseldorf gibt es zwar viele Gelegenheiten mit der japanischen Kultur in Berührung zu kommen, doch die Kirschblüte ist etwas Besonderes. Da ich in meinem zweiten Frühling hier in Düsseldorf unbedingt etwas Schönes unternehmen wollte, habe ich Frau K., die schon lange hier lebt, gebeten, mir die schönsten Orte für die Kirschblütenschau zu zeigen. Zunächst haben wir das EKŌ-Haus der Japanischen Kultur in Niederkassel besucht. In der Anlage des im Jodo Shinshu-Stil errichteten Tempels, der durch ein Kulturzentrum, ein Haus in traditionellem japanischen Baustil und einen Kindergarten komplettiert wird, gibt es einen japanischen Garten, der auch von deutschen Gästen gerne besucht wird. Der Garten ist so konzipiert, dass das ganze Jahr über Blumen in ihm blühen und man erblickt in ihm Schönheit, egal wohin man schaut. Der Höhepunkt sind jedoch die vor der Haupthalle des Tempels stehende Trauerkirsche und die Allee von Yoshino-Kirschbäumen vor dem Garteneingang. Der Garten wurde von japanischen Landschaftsarchitekten errichtet und wird seitdem im Abstand von zwei Jahren von japanischen Gärtnern gepflegt. Laut dem Direktor des EKŌ-Hauses, Herrn Aoyama, nimmt die Schönheit des Gartens von Jahr zu Jahr zu und neben den Kirschbäumen sollen vor allem auch die Azaleen, verschiedene Magnolien, Pfingstrosen und Glyzinien besonders hübsch anzusehen sein. Da das Verzehren von Speisen und Getränken innerhalb der Gartenanlage ist verboten ist, empfehle ich Ihnen, wenn Sie die Kirschblüten bei einem leckerem Essen bewundern wollen, bei den in voller Blüte stehenden Yoshino-Kirschbäumen vor dem EKŌ-Haus Platz zu nehmen. Das EKŌ-Haus schließt über die Ostertage für zwei Wochen, doch zu den Öffnungszeiten des EKŌ-Kindergartens ist ein Spaziergang im Garten auch zu dieser Zeit möglich. Als regelmäßiger Besucher freut es mich sehr, dass der Garten trotz vorrübergehender Schließung des EKŌ-Hauses für Gäste geöffnet bleibt. Wenn man hierher kommt vergisst man für einen Moment, dass man sich in Deutschland befindet. Ein Ort für die Kirschblütenschau, bei dem ich sehr gut verstehen kann, dass auch die Zahl der ausländischen Besucher nicht nachlässt.

S.6 links sakura eko-haus

Das EKŌ-Haus (im April 2014 aufgenommen)

Als weiteren Ort für die Kirschblütenschau empfehle ich eine ganz neue Düsseldorfer Attraktion: Den Kö-Bogen. Der zwischen Jan-Wellem-Platz und Hofgarten gelegene Kö-Bogen wurde im letzten Jahr neu errichtet und einhergehend mit dem Neubau wurden 13 Kirschbäume gepflanzt. Da die Bäume noch jung sind erscheinen sie, verglichen mit anderen „Kirschblütenschau-Orten“, weniger kraftvoll, doch die hübschen, das Seeufer schmückenden Kirschbäume haben ihren ganz eigenen Reiz. Man kann sich zwischen Einkauf und Mittagessen leicht an ihnen erfreuen und es ist bestimmt ein großer Spaß unter den Kirschbäumen sitzend die deutsche Kulisse zu betrachten und dabei mit einem deutschen Bier anzustoßen. Hier würde ich gerne einmal mit einem kühlen Altbier in der einen Hand eine Kirschblütenschau für Erwachsene genießen.

Der letzte Ort, den ich heute vorstellen möchte liegt im benachbarten Meerbusch: Es handelt sich um die hübschen Kirschbäume der von ruhigen Wohnhäusern gesäumten Büdericher Allee. Von der mit der U-Bahn erreichbaren Haltestelle „Am Landsknecht“ aus braucht man zu Fuß kaum 10 Minuten bis man die Büdericher Allee erreicht. Entlang der Kirschbaum-Allee gibt es einen Rasenplatz auf dem man sein Picknick ausbreiten und die Kirschblüten bewundern kann. Hier kann man also ein ganz typisches japanisches „Hanami“ machen. Die Partnerstädte Meerbusch Shijonawate veranstalten hier in jedem Jahr im Rahmen einer japanisch-deutschen Austauschveranstaltung ein Kirschblütenfest. Da sich die Ausrichtung der Veranstaltung nach dem Zeitpunkt der Kirschblüte richtet, kann man sich bei diesem Fest mit Sicherheit an der Kirschblüte erfreuen. Eine Besonderheit ist, dass die Kirschbäume der Allee zu einer Sorte gehören, die gefüllte Kirschblüten trägt. Diese gefüllten Blüten blühen ein wenig später als z.B. der Yoshino-Kirschbaum.

Diesmal habe ich nur drei Plätze für die Kirschblütenschau vorgestellt, doch es gibt noch viel mehr Orte in Düsseldorf an denen man Kirschbäume bewundern kann. Ich werde versuchen, die versteckten „Hanami-Spots“ in der Nachbarschaft zu entdecken und dabei in Erinnerungen an Japan schwelgen. Und ich habe nicht nur das vor. Ich plane zurzeit außerdem, die im deutschen Frühjahr blühenden Krokusse betrachten zu gehen. Da Düsseldorf mit einem Umfeld ausgestattet ist, in dem man vielerorts die Natur genießen kann, möchte ich viel an die frische Luft gehen und nach verschiedenen Blumen suchen. Ist es nicht verwunderlich wie sich das Aussehen der vertrauten Straßen plötzlich verändert, wenn man sie, mit diesen Gedanken im Hinterkopf, entlang geht? Die Recherche für diese Ausgabe von „Ein neugieriger Besuch“ hat mir einmal mehr gezeigt, dass die Natur ein tolles Hobby ist, an dem sich Jung und Alt erfreuen können.

S.6 rechts koe-bogen sakura

Der Kö-Bogen (im März 2015 aufgenommen)

EKŌ-Haus der Japanischen Kultur
Brüggener Weg 6
40547 Düsseldorf
Tel. 0211-577918-0

Kö-Bogen
40212 Düsseldorf

Meerbuscher Kirschbaum-Allee
Büdericher Allee
40667 Meerbusch

(Yuko Yoneyama)