Aus der Abteilung für Alltagsleben

Ein neugieriger Besuch
    Im deutschen Herbst zu Besuch auf einen Kürbis-Bauernhof

Spricht man vom deutschen Herbst, kommen einem als erstes der halb-vergorene, trüb-süße
„Federweißer“ und „Federroter“, sowie Zwiebelkuchen in den Sinn, doch der Zeitraum in dem diese Produkte erhältlich sind, ist sehr kurz. Außerdem gibt es auch viele Sorten Pilze, wie z.B. Kräuterseitlinge, Steinpilze und Pfifferlinge. Beim Obst gibt es seit jeher die süß-sauren und leckeren Äpfel und die roh und als Kompott lecker schmeckenden Birnen. Vor den Obstläden liegen Esskastanien aufgereiht, die in keinem „Kurigohan“ (Reis mit Esskastanien) oder „Aki no Okowa“ (herbstlicher Mochi-Reis) fehlen dürfen und die orange Farbe der großen Kürbisse und der niedlichen Zierkürbisse zieht auffällig die Blicke auf sich.  Da bei essbaren Kürbissen „Speisekürbis“ und bei Kürbissen, die nur zur Dekoration gedacht sind, „Zierkürbis“ geschrieben steht, ist es immer gut, dies zu überprüfen. Deutsche Kürbisse gibt es in zahlreichen Sorten, doch da die meisten beim Kochen ihre Form verlieren, sind viele von ihnen für japanische „Nimono“ (gekochte Gemüsegerichte) eher ungeeignet.

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18 Kilometer südlich von Düsseldorf, in der Stadt Dormagen, liegt der Bauernhof „Josefshof“. Er wurde vom Vater des jetzigen Betreibers im Jahr 1956 gegründet und wird heute von der zweiten Generation, Herrn Josef Vaaßen und seiner Frau Dorothea bewirtschaftet. In der jährlichen Kürbissaison im September und Oktober ist vom Eingang bis in den gesamten Innenhof hinein alles mit Kürbissen bedeckt und man kann sich an herbstlicher Kürbisdekoration erfreuen. Außerdem kann man samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr Kürbiswaffeln essen, die eine Eigenkreation der Hausherrin sind. Es gibt unter den zahlreichen Kürbisarten etwa 50-60 Zierkürbissorten sowie 14 essbare Sorten. Darunter ist er der zum Kochen gedachte Kürbis „Sweet Mama“ (Hokkaido Delica) mit seiner grünen Schale bei Japaner am beliebtesten. Der von den Deutschen am meisten bevorzugte „Muscade de Provence“ kommt ursprünglich aus Südfrankreich und kann als Suppe, in feine Scheiben geschnitten und im Ofen gebacken sowie als Gratin oder Pastete gegessen werden. Die Sorte „Hayato“ soll übrigens dann essbar sein, wenn ihre grüne Schale terrakottafarben geworden ist. Wenn diese Sorte Sonnenlicht erhält wird ihr Geschmack süßer. In Japan ist es üblich Kürbisse zum Winteranfang zu essen. Dies liegt vielleicht daran, dass der Zuckergehalt genau einen Monat nach der Ernte weiter zugenommen hat und dann die rechte Zeit gekommen ist, Kürbisse zu essen. Es gibt den für Kürbismarmelade geeigneten „Gelbe Zentner“ und den originell aussehenden Ölkürbis, dessen Kerne geröstet sehr lecker sind. Außerdem gibt es den festfleischigen „Turban“ der sehr gut als Suppe oder als Füllung für Gnocchi schmeckt. Ich möchte einmal probieren, wie wohl der kleine Kürbis mit roter Schale, der „Hokkaido Uchiki Kuri“ genannt wird, wohl schmeckt. Er hat einen japanischen Namen, den ich diesmal jedoch zum ersten Mal höre.

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Es gibt große Kürbisse, die zu Halloween mit Geistergesichtern als Dekoration aufgestellt werden und kleine die sich für Bastelzwecke eignen, Schlangenkürbisse in verschiedenen Farben, kleine, runde Kürbisse und Flaschenkürbisse. Die Kürbisse zu betrachten macht großen Spaß. Hier und da gibt es auch Arrangements aus Kürbissen und auffälligen Blumen in Vasen. Ich finde, dass dies eine sehr gute und zur Jahreszeit passende Idee ist. Die Kürbissaison auf dem Josefhof geht noch bis Halloween (31.Oktober), doch Speisekürbisse werden auch noch im November verkauft. Außerdem werden von Frühjahr bis Herbst nebenbei auch Felder, auf denen man Blumen selbst pflücken kann, angeboten.
Von der Hausherrin Frau Vaaßen habe ich ausnahmsweise ihre geheimen Rezepte für Kürbissuppe und Kürbiswaffeln verraten bekommen. Die Kürbissuppe ist mit waschen, schneiden und kochen ruckzuck fertig gestellt. Ich finde, dass dieses einfache Rezept, das den Körper aufwärmt, perfekt zu dieser Jahreszeit passt. Und probieren Sie auch die leckeren Waffeln einmal!

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Kürbissuppe mit Kokos von Frau Dorothea Vaaßen, Josefshof

pumpkin soup 1Zutaten:
500 g Kürbisfleisch, 200 g Kartoffeln, 250 ml Gemüsebrühe, 250 ml Orangensaft,  
1 getrocknete Chilischote, Salz, weißer Pfeffer, Ingwer, Muskat, Zucker,
Currypulver(nach Belieben), 100 ml Kokosmilch, 2 EL Petersilie

Zubereitung:
Kürbis und Kartoffeln in Würfel schneiden. In der Gemüsebrühe kochen, bis das
Gemüse weich ist. Mit Orangensaft und Gewürzen mischen und mit einem Mixer o. ä. fein pürieren. Mit Kürbismilch abschmecken und mit Petersilie garnieren.

Kürbiswaffeln von Frau Dorothea Vaaßen, Josefshof

waffles 1Zutaten:
125 g Butter, 4 Eier, 2 EL Zucker, 1 Päckch. Vanillezucker, abgeriebene
Orangenschale, 2 EL Orangenlikör oder -saft, 250 g Mehl, 250 ml Milch,
250 g Kürbisfleisch

Zubereitung:
Butter in einer Rührschüssel und mit einem Mixer schaumig schlagen, Eier, Zucker, Vanillezucker, abgeriebene Orangenschale und Orangenlikör oder -saft hinzugeben und verrühren. Mehl und Milch unterheben. Kürbis raspeln und zu dem Teig geben. Den Teig in ein gefettetes Waffeleisen geben und nacheinander backen.

Josefshof
41542 Dormagen
Tel: 02133/5477
www.Josefshof.net

Abteilung für Alltagsleben, Frau Yuko Kessler