Am 1. Juli am Lessing-Gymnasium Düsseldorf sowie am 19. Juli in der Stadtbücherei Hilden hatte ich die Gelegenheit, als ehrenamtliche Helferin bei Workshops zur japanischen Kalligrafie (Shodō) mitzuwirken.
An beiden Tagen herrschten sommerlich hohe Temperaturen, dennoch waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit großer Konzentration und Begeisterung bei der Sache. Besonders beeindruckt hat mich, wie aufmerksam sie den Erklärungen zur Kalligrafie folgten. Mit aufrechter Haltung und bemerkenswerter Auffassungsgabe gewöhnten sie sich schnell an den Umgang mit dem Pinsel und fertigten innerhalb kurzer Zeit ihre eigenen Werke an.
Während eines Workshops erklärte ich auf Japanisch, dass eine senkrechte Linie „sū“ geschrieben werde – ein lautmalerischer Ausdruck, der die fließende Bewegung des Pinsels beschreibt. Dabei wurde mir bewusst, dass es im Deutschen kein direktes Wort gibt, das diese Nuance exakt wiedergibt. Dies ließ mich erneut die Vielfalt und Ausdruckskraft der japanischen Lautmalerei und Sprache schätzen.
Auch die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr interessant. So erkundigte sich beispielsweise jemand nach der Bedeutung der japanischen Dakuten-Zeichen (゛), die bestimmte Laute verändern. Das große Interesse und die Lernbereitschaft der Teilnehmer machten deutlich, wie faszinierend die japanische Sprache und Kultur für viele Menschen sind.
Am 19. Juli nahmen außerdem zwei Austauschschülerinnen bzw. Austauschschüler aus Japan teil. Gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern entstand ein lebendiger kultureller Austausch über Alters- und Sprachgrenzen hinweg.
Abschließend möchte ich mich herzlich bei den Mitgliedern der Kulturabteilung bedanken, die mit viel Engagement die Vorbereitung und den Abbau der Veranstaltung übernommen haben.
Ich hoffe, dass jedes einzelne Kalligrafiewerk, das die Teilnehmer mit nach Hause genommen haben, zu einem kleinen Samen des japanisch-deutschen Kulturaustauschs wird und künftig viele schöne Blüten trägt.
Freiwillige Helferin der Kulturabteilung, Frau Abe
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